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“Der Blick über den Tellerrand eröffnet neue Perspektiven…”

29. 6. 2021
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Auszug aus einem Interview der HST Chamber of Commerce Switzerland – Czech Republic mit Martin Langpaul, Country Marketing Manager, ABRA Schweiz.

Das Interview führte Barbara John, Managing Director von HST in Prag. 

Martin Langpaul, Country Marketing Manager, ABRA Switzerland.

ABRA hat 2017 Jahren eine Niederlassung in Winterthur gegründet. Was hat das tschechische Unternehmen bewogen, sich für den Schweizer Markt zu interessieren?

Martin Langpaul: Als internationaler Anbieter von ERP-Software betrachten wir die Schweiz als hochentwickelten Markt für Business Software. Das hat einerseits zur Folge, dass es einen sehr intensiven Wettbewerb unter den Herstellern gibt, andererseits aber auch ein spannendes Kundenumfeld, welches ideal zu unseren Lösungen passt. Um John F. Kennedy zu zitieren: «Wir haben uns entschieden («zum Mond aufzubrechen», Anm. d. Redaktion), nicht weil es einfach ist, sondern weil es schwierig ist.» In diesem Sinn haben wir die Herausforderung – auch für uns selbst – angenommen, mit den Besten der ERP-Branche mitzuhalten. Das gibt uns einerseits die Gelegenheit, uns weiterzuentwickeln, anderseits können wir als Newcomer in der Schweiz auch neue Impulse aus einer anderen Perspektive vermitteln.

Sie sprechen damit indirekt die Kunden von ABRA in Tschechien und in der Slowakei an. Dort ist ABRA sehr bekannt und bestens etabliert. Gibt es nebst der Schweiz noch andere Märkte, für die Sie sich interessieren?

In der Schweiz konzentrieren wir uns auf den deutschsprachigen Raum. Dahinter steckt der Gedanke, mit den gemachten Erfahrungen früher oder später auch in Deutschland und Österreich Fuss zu fassen. Die sprachlich-kulturelle Komponente beeinflusst aus verschiedenen Gründen die Weiterentwicklung unseres Unternehmens im DACH-Raum. An dieser Stelle möchte ich aber betonen, dass wir erst am Anfang stehen. Wir sind quasi ein Startup, wenn auch mit sehr viel Potenzial. Ich selbst bin erst seit einem knappen Jahr in der Funktion als Country Marketing Manager in der Schweiz tätig. Die persönliche Nähe zu den Kunden und innerhalb unseres kleinen Teams macht viel Spass und erzeugt viel Energie.

Wie setzt sich das Schweizer ABRA-Team zusammen? Arbeiten in Winterthur mehrheitlich Schweizer oder Tschechen?

Wir sind als internationales Team aufgestellt. Marzio Tomasetto, unser CEO hier in Winterthur, ist Schweizer wie auch andere Kollegen. Dazu kommen noch Mitarbeitende aus Deutschland oder Tschechien wie ich. Ich fühle mich in dieser Zusammensetzung sehr wohl und weiss die Vorteile einer solchen Durchmischung beim Aufbau eines neuen Markts sehr zu schätzen. Der Austausch von Wissen und Erfahrungen ist viel breiter und intensiver. Der Blick über den Tellerrand eröffnet neue Perspektiven. Genau das ist es, was wir unseren Kunden vermitteln wollen.

MATO und MALA
Marzio Tomasetto und Martin Langpaul im Office von  ABRA Software, Winterthur.

Steht die kürzlich von ABRA durchgeführte Umfrage zum digitalen Reifegrad von Schweizer KMU auch in diesem Zusammenhang? Welche Erkenntnisse haben Sie daraus gewonnen?

Uns hat es interessiert, wie Schweizer Unternehmen die digitale Reife aus ihrer eigenen Sicht beurteilen. Dazu haben wir einen Fragebogen ausgearbeitet, welcher die Kernthemen der Digitalisierung angesprochen hat. Die Rückmeldungen waren sehr erfreulich und zeigen, dass KMU sich der Bedeutung des digitalen Wandels durchaus bewusst sind, aber an vielen Orten noch Bedarf besteht. Mit unserem Angebot und Wissen wollen und können wir dabei wertvolle Unterstützung bieten. Die Umfrage hat uns auch gezeigt, wo die digitalen Schwerpunkte von Schweizer Unternehmen liegen, wie die Prozesse funktionieren und vor allem wohin die Reise gehen soll.

Gibt es aus Ihrer Sicht Unterschiede zwischen dem digitalen Reifegrad zwischen Unternehmen in der Schweiz und in Tschechien?

Einerseits kann ich schon Unterschiede feststellen, andererseits verbindet auch sehr vieles die beiden Länder. Nehmen wir zum Beispiel das Thema Innovation. Die Schweiz ist bekanntlich Weltmeister auf diesem Gebiet. Auch in der tschechischen Republik haben Innovationen einen sehr hohen Stellenwert. Mir ist aber aufgefallen, dass die Herangehensweise hierzulande anders ist als bei uns. In Tschechien ist man eher empirisch und intuitiv unterwegs, während in der Schweiz ein eher wissenschaftlich-strukturierter Ansatz bevorzugt wird. Beides hat Vor- und Nachteile, daher sollte man das auch nicht werten, sondern als Chance zur gegenseitigen Befruchtung sehen.

Was sind Ihre persönlichen Eindrücke als Tscheche in der Schweiz? Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht?

Ich bin seit rund zwei Jahren in der Schweiz und konnte bereits viele Kontakte knüpfen. Mir gefällt es sehr gut hier. Nach wie vor entdecke ich neue Aspekte auf persönlicher Ebene, aber auch kulturell und natürlich auch landschaftlich. Inzwischen habe ich auch einen Schweizer Führerschein, welchen ich gegen den tschechischen eintauschen musste. Ein formaler Akt, aber Ordnung muss sein (lacht). Ich muss allerdings sagen, dass ich die Schweizer Gesetzgebung nicht als einschränkend betrachte. Im Gegenteil, sie ist eher darauf ausgerichtet, den Einwohnern und Unternehmen möglichst grossen Schutz zu bieten. Dass wir uns als ABRA daran halten, ist sonnenklar.

 

Das vollständige Interview wurde aufgezeichnet und kann als Podcast (Englisch) abgerufen werden.

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